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Der Blog vom graphic design atelier Steven P. Carnarius

Kamingespräch “Der Mensch, Alien in mir?” /// Zusammenfassung

… wie bereits angekündigt, kommt heute die Zusammenfassung vom letzten Kamingespräch vom 12. November mit dem Thema “Der Mensch, Alien in mir?“. (Impressionen vom Abend, hier)

Den Text hat wie beim Letzten mal wieder Herr PD Dr. Reza Hajatpour verfasst, für das ich ihm sehr dankbar bin:

„Spricht man vom Guten oder Bösen, so spricht man konkret von einem Tatbestand, dessen tiefste Qualität wir in Wirklichkeit nicht kennen.“ (C.G. Jung)

Woher kommt das Böse? Eine Frage, die die Menschen seit jeher beschäftigt. Dennoch ist es ihnen bis heute nicht gelungen, eine allgemeingültige Definition des Bösen zu geben, die von allen Menschen aus unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Weltanschauungen ohne Widerstand anerkannt wird. Es zweifelt niemand daran, dass das Böse wie das Gute, wenn auch nicht in der realen Außenwelt, aber immer noch im menschlichen Bewusstsein vorhanden ist. Beide sind in unserem Alltag gegenwärtig und bestimmen die Postulate unseres Handelns und unserer moralischen Wertvorstellungen. Jeder Mensch, auch derjenige, der wegen seiner Taten getadelt wird, findet rationale, notwendige und rechtfertigende Gründe für seine Handlungen. Aber die persönliche Empfindung bleibt oft unangetastet.

Ein Mensch, der Schmerz, Unglück, Krieg, Unrecht oder Unterdrückung erlebt, ist genötigt, die Welt in Gut und Böse zu teilen.

Beim Kamingespräch hat der Teilnehmerkreis versucht, Erklärungsmodelle zu finden, um das Böse zu verorten. Wann sprechen wir vom Bösen bzw. von Bosheiten? Die theologischen und biologischen Erklärungsmodelle erwiesen sich als einseitig und dogmatisch. Auch die Erklärung aus der Naturzustandslehre, die menschliche Natur alleine trage die Verantwortung für das Böse und Gute, konnte nicht überzeugen.

Der Mensch ist weder gut noch böse. Aber er hat einen Hang zum Guten und Bösen und dies findet in seiner moralischen Deutung und seelischen Empfindung Ausdruck. Beides gehört zu den menschlichen Erfahrungen und Empfindungen. Das Selbstbild des Menschen ist deshalb geprägt von der Vorstellung, bei sich die Gründe für das Gute und Böse zu suchen.

Der Ehrengast Torsten Wingenfelder schilderte das Gute und Böse als zwei Lebenskräfte des Menschen. Das Böse sei ein Ausdruck dafür, wenn der Mensch aus dem Gleichgewicht gerät.

Dieser Verlust des Gleichgewichtes, in dem das Böse geboren wird und durch menschliche Handlungen verstärkt wird, scheint eine uralte Erfahrung zu sein. Die Erfahrungen aus der menschlichen Geschichte heraus haben gezeigt, dass immer an der Stelle, an der dem Menschen das Gemeinschaftsgefühl fehlt und der Sinn für das Miteinander verloren geht, Voraussetzungen für Unglück und Übel unter den Menschen geschaffen werden. Denn böse Gedanken und Taten wie Rassenhass, Krieg, Missachtung der Menschenrechte, Missbrauch Anderer und Verachtung und Ausschluß des Nächsten gehen von einem Gefühl des Gegeneinanderseins aus. Das Böse ist eine Erscheinung der Eroberungs- und Machtsucht, ein Ausdruck des negativen Gefühls, ein Akt des Gegeneinanderseins und des Fehlens des Respekts füreinander.

Zusammenfassung von PD Dr. Reza Hajatpour


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the party is over…

… und ging bis 4 Uhr früh! – das Kamingespräch mit dem Thema “Der Mensch, Alien in mir? Kann der Mensch solange er Mensch ist, gut sein? Wenn ja, woher kommt dann das Böse?“.

Als Ehrengast war diesmal extra aus Köln der Sänger, Songwriter und Fotograf Thorsten Wingenfelder (Fury in the Slaugtherhouse, Wingenfelder&Wingenfelder) angereist. Es war ein sehr schöner Abend/Nacht mit Freunden und Kunden von mir, interessante Gedankengänge und Gespräche.

Hier jedoch erstmal ein paar Impressionen:

Woher kommt das Böse im Menschen?

Woher kommt das Böse im Menschen?

von links nach rechts: Prof. Brassat, Hannes Bauer, Carlo Schindhelm (Bayerischer Rundfunk), Ralf Metzenmacher, Thorsten Wingenfelder und PD Dr. Reza Hajatpour

von links nach rechts: Prof. Brassat, Hannes Bauer, Carlo Schindhelm (Bayerischer Rundfunk), Ralf Metzenmacher, Thorsten Wingenfelder und PD Dr. Reza Hajatpour

Alien in mir? Thorsten Wingenfelder im Gespräch

Alien in mir? Thorsten Wingenfelder im Gespräch

Das Kamingespräch ging lange über den "offiziellen" Zeitrahmen hinaus, bis 4 Uhr früh!

Das Kamingespräch ging lange über den "offiziellen" Zeitrahmen hinaus, bis 4 Uhr früh!

die letzten

die letzten

und Thorsten Wingenfelder in Aktion:

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Nachtrag zum Kamingespräch…

… am 12. November 2009 mit dem Thema “Der Mensch, Alien in mir?

Gestern habe ich noch die Einladungen verfasst und das Thema des nächsten Kamingesprächs festgelegt, welches ich für sehr aktuell und interessant hielt.

Heute habe ich bereits meine erste Bestätigung erhalten, und zwar ganz groß durch “DIE ZEIT“.

Auf der Titelseite mit “Woher kommt das Böse?” – Keine Spezies ist so aggressiv wie der Mensch. Was hat ihn zum Menschenfeind gemacht? Warum ist die Gewalt nicht aus der Welt zu schaffen?

Ich lege allen Herren, die ich eingeladen habe, sich die heutige Ausgabe am Kiosk zu besorgen.

Vorankündigung zum Kamingespräch hier

Titelseite "Die Zeit, Nr. 44"

Titelseite "Die Zeit, Nr. 44"

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Ankündigung vom Kamingespräch

Seit dem letzten Kamingespräch sind – so schnell vergeht die Zeit – 3 Monate vergangen.

Daher lade ich am 12. November wieder exklusiv ausgewählte Herren zu mir ins Atelier ein. Das nächste Thema wird

“Der Mensch, Alien in mir?”Kann der Mensch solange er Mensch ist, gut sein? Wenn ja, woher kommt dann das Böse?

sein.

Ich freue mich schon jetzt wieder auf tiefgründige und interessante Gespräche.

Teaser

Teaser

Kamingespräch:
Bereits in der Antike trafen sich Herren im exklusiven Kreis, um über aktuelle Themen zu philosophieren, zu diskutieren und sich intellektuell gegenseitig zu befruchten. Diesen Geist möchte ich in Rahmen eines “Kamingesprächs” in meinen Räumlichkeiten als limitierten Herrenclub fortführen. Teilnahme nur für geladene Gäste!

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Ob Religion und Politik ein und dasselbe sind?

Am 23. Juli lud ich zu mir ins Atelier zum Kamingespräch mit dem Thema “Politik und Religion – eine Scheinheilige Welt. Ehrengast an diesem Abend war Herr Dr. Reza Hajatpour, sowie weitere, 11 geladenen Herren.

Hier nun die Zusammenfassung von Herr Hajatpour zum Abend:

Die Religion in ihrer Struktur und mit ihrem missionarischen Charakter ist immer öffentlich und kann daher nicht unpolitisch sein. Ein Beispiel ist der Islam in Iran, aber auch die Einmischung der Kirche was z. B. Kreuze in Schulen und Fragen der Bioethik anbelangt. Solange die Religion eine öffentliche, politische und organisierte Funktion hat, befindet sie sich im Widerspruch zur Moderne. Denn durch ihren alleinigen Wahrheitsanspruch widerspricht sie der Idee der Freiheit

2) durch ihren Anspruch darauf, dass ihre Gemeinschaft die Einzige ist, die auserwählt ist, widerspricht sie der Idee der Gerechtigkeit und der Anerkennung aller Menschen.

3) durch ihren Anspruch auf das Auserwähltsein klammert sie andere Völker und Kulturen aus und selektiert die Solidarität miteinander. Das widerspricht der Idee der Solidarität innerhalb der Menschheit.

„Das Prinzip der modernen Welt fordert“, wie F. W. Hegel sagt, „dass, was Jeder anerkennen soll, sich ihm als ein Berechtigtes zeige. Außerdem will jeder noch mitgesprochen und mitgeraten haben.“ Eine Welt, die das Andere und Unvollkommene ignoriert und ausschließt, zeigt, dass sie das Prinzip der Anerkennung und der gegenseitigen Toleranz verachtet.

Nur, wenn die Religion eine Religion für die Menschen wird und den Humanismus und die gegenseitige Bereicherung fördert, wenn sie das Andere anerkennt und die persönlichen Erfahrungen respektiert, dann haben wir es mit einer Vorstellung zu tun, die sich jenseits einer Politik der Diskriminierung orientiert. Sie ist gerichtet auf eine kosmopolitische Zone, auf eine Ebene der Welterfahrung und Selbsterfahrung. Sie ist in einem Sinne eine Religion der zivilen Gesellschaft und im weiteren Sinne eine Religion des Gefühls und der persönlichen Selbstentfaltung. In dieser Wertevorstellung entfernt der Menschen sich nicht von sich selbst, sondern verbindet sich mit den Anderen. Sie ist damit eine Religion der Liebe, eine Religion der Differenzen und eine Religion der Menschheit.

Unser Kamingespräch hat gezeigt, dass die Menschen trotz ihrer Unterschiedlichkeit eine Harmonie der Differenzen bilden können, so wie ein Orchester die unterschiedlichen Klänge und musikalische Aspekte als harmonische Körperschaft herauskristallisiert. Von Reza Hajatpour

Herrenrunde im Palais

Herrenrunde im Palais

Kamingespräch zum Thema Politik und Religion - eine Scheinheilige Welt

Kamingespräch zum Thema Politik und Religion - eine Scheinheilige Welt

Fireside chats

Fireside chats

Zigarrenrauchen nach den Diskussionen und Gesprächen

Zigarrenrauchen nach den Diskussionen und Gesprächen

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Kamingespräch “Religion und Politik – eine Scheinheilige Welt”

Vorankündigung:

Bereits in der Antike trafen sich die Herren im exklusiven Kreis, um über aktuelle Themen zu philosophieren, zu diskutieren und sich intellektuell gegenseitig zu befruchten. Diesen Geist möchte ich im Rahmen eines „Kamingesprächs“ in meinen Räumlichkeiten als limitierten Herrenclub  - als Zusatz zu meinen Ausstellungen – fortführen.

So werde ich mich mit geladenen Herren beim Ersten Kamingespräch am 23. Juli über das Thema “Religion und Politik – eine Scheinheilige Welt” unterhalten. Besonders stolz bin ich über meinen Gast Dr. Reza Hajatpour*.

Natürlich beschränkt sich der Abend nicht nur aufs Gespräch, nach alter Club-Tradition gibt es Cohiba-Zigarren, Hennessy Cognac und und und…

Teaser Kamingespräch, Kaminzimmer im Palais Hainstraße 6

Teaser Kamingespräch, Kaminzimmer im Palais Hainstraße 6

*Reza Hajatpour, 1958 in Nordiran geboren, begann 1978 seine Ausbildung an der theologischen Hochschule in Ghom. Zutiefst desillusioniert, verliess der junge Geistliche 1986 seine Heimat und ging nach Deutschland ins Exil. Seine Erinnerung an die islamische Revolution hat er in „Der brennende Geschmack der Freiheit“ festgehalten.

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